Unser erstes Ziel dieses Ausfluges war eine Führung durch die Schleuse Eckersmühlen am Rothsee. Wir erhielten sehr interessante und aufschlussreiche Informationen durch das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg. Die Zusammenhänge von Kanal, Altmühlsee, Brombachsee und Rothsee wurden erläutert und Vielen war bislang nicht klar, welche Vorteile der Main-Donau-Kanal mit der Überleitung aus den genannten Seen für die Ökologie des sehr trockenen und wasserarmen südlichen Mittelfrankens bedeutet. Ohne die Zuführung von Wasser aus dem regenreicheren Altmühl-Donau-Gebiet über den Kanal und den Brombachsee in den Rothsee würde in den Flüssen Schwäbische Rezat, Rednitz, Regnitz in den heißen Sommermonaten kein Fisch mehr lebensfähig sein. Nicht zuletzt wäre eine Einleitung des geklärten Abwassers aus den Kläranlagen der Metropolregion Nürnberg Fürth Erlangen nicht mehr möglich. Dabei ist natürlich auch der wirtschaftliche Aspekt dieser Wasserstraße nicht zu vernachlässigen.

Beeindruckend ist die Schleuse Eckersmühlen allemal. Mit einer Fallhöhe von 24,67 m ist schon die Schleusenanlage, gesehen von der Aussichtsplattform, sehr beeindruckend. Richtig interessant wird es dann bei der Begehung der im Untergrund verlaufenden Bauwerke. Die Führung verlief unterirdisch durch endlos erscheinende Gänge, durch große Säle mit riesigen technischen Anlagen und über mehrere Stockwerke wieder hinauf zur ehemaligen Schaltzentrale, weit oberhalb der Schleusentore. Hier wird einem klar, welche ingenieurtechnische Höchstleistung in diesem Bauwerk steckt. Das Schleusenbecken fasst 60.000 m³ Wasser, wobei in 3 Sparbecken 40.000 m³ gespeichert werden und für jede Schleusung nur per „Überlauf“ wieder verwendet werden können.

Alle Teilnehmer waren von der Führung sehr beeindruckt und keiner vermutete eine so grandiose Technik hinter, unter und neben dem hochragenden Schleusenbauwerk. Bei Interesse an einer Führung bitte melden, wir geben gerne Kontaktdaten weiter.

 

 

 

Nach dem Mittagessen besuchten wir nach einer kurzen Eis-Schleck-Pause das Schloss Ratibor in Roth. Hier tauchten wir in die Welt des repräsentativen Familienwohnsitzes des Fabrikanten Friedrich-Wilhelm von Stieber und dessen Familie ein. Von Stieber übernahm die Drahtfabrik seines Vaters und erkannte den weltweit schmuckfreudigen Bekleidungsstil seiner Zeit. Er kam unter anderem mit dem weltweiten Absatz von Tressen und Borten, vergoldeten und versilberten Gespinsten zu unermesslichem Reichtum. Der Prunksaal im Schloss Ratibor wurde nach seiner Reise nach Venedig nach dem Vorbild des Dogenpalastes konzipiert und ist wohl der eindruckvollste Raum des Schlosses.

 

 

 

Am Abend besuchten die Teilnehmer des Herbstausfluges noch die Kulturfabrik in Roth mit einer Vorstellung des Komikers und Kabarettisten Martin Frank. Hier wurden kräftig die Lachmuskeln strapaziert. Der lange Tag ging mit müden aber zufriedenen Teilnehmern zu Ende.